DIE ORDNUNG UND ICH

erzähltes

Die Ordnung und ich haben eine spezielle Beziehung mit und zu einander.

Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass ich jemals gerne geputzt oder aufgeräumt habe. Obwohl, es gibt da Beweisfotos, wie ich als kleines Mädchen in der Küche mein Puppengeschirr immer sorgfältig gewaschen und abgetrocknet habe. Weiters liebe ich es Sachen zu sortieren und aus zu sortieren. Ich besitze für alles mögliche Schachteln oder andere Behältnisse um Ordnung zu schaffen.

Geputzt wird nur wenn es nicht mehr anders geht, oder aber Besuch kommt. Gut, dass wir einen Geschirrspüler haben, somit sieht es nicht wirklich schlimm aus – denn dieses Wunderding macht ja doch alles von alleine, das Einräumen schaffe ich dann noch irgendwie – manchmal aber auch das mit Überwindung.

Als Teenager habe ich wöchentlich das Bad geputzt bzw. putzen müssen. Ich habe das, im Nachhinein betrachtet, immer gerne gemacht – aber nur, wenn ich es alleine machen durfte und mir niemand dazwischen gekommen ist. Zusammen putzen oder aufräumen ist mir ein Graus – dann lieber alleine.

Jetzt beginnt ein neues Jahr und man putz sich das neue, bzw. die Träume für das neue, zusammen. Vorsätze werden getroffen. Wünsche werden fixiert. Pläne werden gemacht.

Das alles hat ein aufräumendes Gefühl. Denn man lässt Altes hinter sich, man wirft Unnützes über Board, man sortiert aus: sowohl im Geiste als auch in den eigenen vier Wänden.

Ich liebe es wenn es aufgeräumt ist – wenn es sauber ist – wenn aussortiert wurde – wenn frischer Wind weht. Aber mich aufzuraffen, das ist nicht immer einfach und getan wird es dann entweder aus einer Eigebung heraus und das sofort, oder aber mit soviel Gequengel, dass ein Kleinkind sich noch was abschauen kann.

Aber es ist wirklich bemerkenswert – ah ja, wie war das mit dem Eigenlob? – wie perfekt geordnet es nach so einer Eingebung oder Überwindung dann in meinen Schränken und Kästen und Kisten und Regalen und Gehirnwindungen aussehen kann: alle Achtung!

Geputzt wird später – es steht zur Zeit einfach noch zu viel herum: noch nicht verräumte Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsschmuck, Rechnungen und Verträge, die den Hausbau betreffen und viel zu viele Schuhe, wie ich es soeben bemerke. Das mit dem „später“ habe ich trotz manchmal auftretender Ordnungswut aber auch sehr verinnerlicht: das auf später Verschieben, oh, darin bin ich wohl Meister (ich hasse gegenderte Wörter, also gibt es von mir nun kein „in“ am Schluss!).

Pläne machen, das geht immer – ich plane so gerne und einfach alles: sei es auch das Ausmisten selbst. Ich kann alles planen und fühle mich dabei einfach beschwingt, das gefällt mir. Die Umsetzung ist dann wohl auf einem anderen Blatt zu finden, aber bei der geht es beim Plan an sich ja nicht wirklich – somit: später!

Vorsätze – hach davon habe ich genug. Ich mache sie nur nicht zu Silvester – sondern einfach immer wieder, wenn ich mich mal wieder über mich und meine Rolle in meiner Umwelt ärgere. Also gibt es für mich für das neue Jahr an sich keine besonderen Vorsätze. Mein großer Vorsatz seit nun schon zwei Jahren ist es geduldig zu sein. Um ehrlich zu sein, versage ich nach wie vor noch viel zu oft auf diesem Gebiet – aber es ist und bleibt trotz aller Fehlversuche nach wie vor mein Vorsatz und irgendwann bin ich geduldig: jawohl!

Wünsche fixieren liebe ich ebenfalls genauso sehr wie Pläne machen. Ich wünsche mir vieles, kann es mir auch perfekt vorstellen und lebe auch teilweise in meinem Kopf schon mit den vollendeten Wünschen, auch wenn sie in der Realität für die anderen Mitmenschen nicht sichtbar sind, aber ist das wichtig? Ich glaube nicht.

Die Ordnung und ich vertragen uns glaube ich ganz gut, denn auch wenn ich sie nicht immer in meinem Leben mitwirken lasse, hat sie immer wieder aufs neue große Auftritte und wird dann ausgiebigst zelebriert. Die Sehnsucht nach dem Ausmisten zieht mich gerade wieder in den Bann, ich glaube, ich beginne auch gleich damit, wenn ich heute Abend nachhause komme. Also dann, bis später und herzlich willkommen liebe Ordnung.

Erzähltes.

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2 Antworten zu “DIE ORDNUNG UND ICH

  1. Ach ja, du hast nicht zufällig über mich geschrieben, oder? 😉

    Ich plane auch für mein Leben gerne, und mache ganz tolle Pläne, die man wirklich super einhalten kann. Man sollte sich auch nur daran halten. Mein Ordnungsgen ist auch sehr klein gehalten, obwohl ich sehr gerne Ordnung mag…. Aber solange ich klar komme und nicht unglücklich bin, will ich auch lieber nichts ändern.

    Liebe Grüße puppinski.

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