GERTRUD

artikelbild HUNDERT IN EINS 6

Gertrud“ von Hermann Hesse war meine Nummer 6.

Wie ihr sicherlich alle schon wisst – oder nun davon wisst 😉 – liebe ich Hermann Hesse, ich mag seine Sprache und den Umstand, dass er mit wenigen Worten und Sätzen soviel in mir auslösen kann und immer meine Wahrheit spricht.

Nun zum Buch „Gertrud“ – hier geht es um Freundschaft. Um die Freundschaft zwischen Liebenden. Um die Freundschaft mit dem Vater und der Mutter. Um die Freundschaft unter Männern. Um die Freundschaft mit Gleichaltrigen. Um die Freundschaft zu den Älteren. Um die Freundschaft mit der Musik und um die Freundschaft mit sich selbst.

Die Geschichte spielt im Reich der Musik, eines Komponisten, eines Sängers, einiger Musikanten und derer die die Musik lieben. Ich persönlich bin etwas „potschat“ was Musik angeht, somit kann ich mich mit Büchern, in der die Musik so eine essentielle Rolle spielt eher schwer identifizieren, aber dieses Buch hat mich schon nach ein paar Seiten mitgenommen und gefesselt.

Es fasziniert mich wie jeder dieser Charaktere auch ich bin – die Mutter, der Vater, der Sohn, der Sänger, der Komponist, die Sängerin, die Cousine, der gute Freund und der Alte.

Aber ich möchte die Geschichte ja nicht verraten, weil sie einem mitnimmt und als jemand anderen zurück lässt, nachdem das Buch ausgelesen wurde. Aber ein paar Zeilen sind glaub ich okay und nehmen dem Buch den Zauber nicht.

„‚Verzeihen Sie‘, sagte er freundlich. ‚Sie haben die Krankheit selber, nicht die beliebte Karikatur davon. Aber es gibt wirklich ein Heilmittel. Es ist Einbildung, daß es keine Brücken zwischen Ich und Du gäbe, daß jeder einsam und unverstanden einhergehe. Im Gegenteil, das, was die Menschen gemeinsam haben, ist viel mehr und wichtiger, als was jeder einzelne für sich hat und wodurch er sich von anderen unterscheidet.‘

Und manchmal, wenn die finstere Tiefe schweigt, können wir noch mehr. Da können wir für Augenblicke Götter sein, befehlende Hände ausstrecken und Dinge schaffen, die vordem nicht waren und die, wenn sie geschaffen sind, ohne uns weiterleben. Wir können aus Tönen und aus Worten und aus andern gebrechlichen wertlosen Dingen Spielwerke erbauen, Weisen und Lieder voll Sinn und Trost und Güte, schöner und unvergänglicher als die grellen Spiele des Zufalls und Schicksals. Wir können Gott im Herzen tragen, und zuzeiten, wenn wir seiner innig voll sind, kann er aus unsern Augen und aus unsern Worten schauen und auch zu andern reden, die ihn nicht kennen oder kennen wollen. Wir können unser Herz dem Leben nicht entziehen, aber wir können es so bilden und lehren, daß es dem Zufall überlegen ist und auch dem Schmerzlichen ungebrochen zuschauen kann.“

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