IHR SEID HIER IM PARADIES!

artikelbild HUNDERT IN EINS 4

Mein viertes Buch heißt „Ihr seid hier im Paradies!“ – Meine Kindheit in Nordkorea.

Hyok erzählt von seinem Leben in Nordkorea. Er flüchtete nach China und hat so den Autor Philippe Grangereau kennen gelernt. Durch das Zusammentreffen der beiden entstand dann die Idee zu dieser Geschichte und diesem Buch.

Was kann ich zu diesem Buch sagen.. 
..ich habe das Buch von einer Freundin bekommen, nachdem ich auf Facebook  einige Statusmeldungen zu den gegenwärtigen Treiben bezogen auf Nordkorea geschrieben habe.
..vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich in der Konstellation Nordkorea/Südkorea/USA nicht auf der Seite der USA stehen kann und daher wohl einen etwas anderen Zugang zu diesem Buch habe.
..ich wollte etwas von Menschen aus diesem Land lesen – etwas Authentisches und fand dieses Buch passend.

Nun habe ich es gelesen. Und es fällt mir wirklich schwer etwas „Schlimmes“ im Sinne von, schlimmer als anders wo auf dieser Welt, tragischer als anders wo auf diesem Planeten, etc. zu finden und zu sagen. Klingt das schlimm? Womöglich.

Es gibt keine Freiheit auf diesem Planeten – wie ich finde. Somit ist das Gefangensein einfach von Mensch zu Mensch und auch Staat zu Staat verschieden aber auf die eine und andere Art sehr wohl gegeben. Es gibt Armut und Reichtum egal in welchem Land auf dieser Welt – es gibt keine Ausnahmen, überall gibt es die Kluft und die Reichen bereichern sich durch die Versklavung der Armen. Es gibt Arbeiter- und Straflager: überall – man bezeichnet sie einfach anders. Es gibt Hunger überall auf diesem Planeten, sogar in einem Land wie Österreich und der Staat tut nichts bzw. sehr wenig um das zu eliminieren. In sehr vielen Ländern auf dieser Welt wird sehr oft noch die Todesstrafe angewand – und das sind wirklich nicht die sogenannten „unterentwickelten“ Länder, die hier „aus der Reihe tanzen“. Es gibt Propaganda – Werbung, Veramerikanisierung aller westlichen Länder, Globalisierung, EU Vorschriften etc. Die Reisefreiheit und die Meinungsfreiheit gibt es jedoch in den meisten Ländern dieser Welt – da stich Nordkorea wohl negativ hervor.

Meine Erwartung war jedoch so, dass ich etwas lese, was mich vor lauter Ekel umhaut und noch nie da gewesen war bzw. wo anders ebenso passiert. Etwas so Schreckliches, dass wir „entwickelten“ Länder es abschaffen müssen – eingreifen sollen, weil wir die Menschen retten müssen, vor diesem Grauen.

Die Erwartungen wurden nicht erfüllt.

Hyok erzählt von seiner Kindheit, dass es bevorzugte Menschen gab, dass es Bestrafungen in den Schulen gab, das regelmäßig das Lied zu Ehren der Kims gesungen/geübt wurde, dass es Hunger gab, Essen gehortet wurde, dass Kinder von den Feldern stahlen, dass sie auch mal Feuer legten, dass die Strafen nicht immer nur die Peson selbst betrafen, sondern die gesamte Familie und man diese „Schande“ nicht eingehen möchte (ich persönlich finde, dass das im speziellen ein kultureller Einfluss ist, der sich hier bemerkbar macht), er erzählt, dass sie Uniformen getragen haben, dass alle Schulbücher so geschrieben wurden, dass Südkorea als „Marionetten“ und die USA als „Schweine“ bezeichnet wurden und das wiederholt erwähnt wurde, weiters erzählt er, dass es Schwarzhandel gibt und man niemanden vertrauen konnte.

Hyok erzählt das aus seiner Sicht – das macht es interessant, weil es eine Lebensgeschichte ist, an der man teilhaben darf. Er erzählt es aus seiner Sicht und lässt Einblick in die Kindheit in Nordkorea für einen Ausstehenden einen kleinen Moment Wirklichkeit werden.

Ich finde es ein interessantes Buch, auch wenn man es wohl mit Abstand lesen muss, weil es von einer Person erzählt wird und man von dem Medien wohl sehr voreingenommen ist. Es erzählt ein Kind aus seiner Sicht, das wohl sehr von den Eltern, der Politik und der Propaganda geprägt ist.

Das Buch ist für alle, die sich für die Situation in Asien interessieren und für die, die gerne Lebensgeschichten lesen, empfehlenswert. Es enthält auch Zeichnungen von Hyok selbst um die Geschichten etwas lebendiger zu machen.

Meine Erwartungen, etwas mehr Einblick in die Wirklichkeit zu haben, haben sich nicht erfüllt. Ich war etwas enttäuscht, aber andererseits was ist schon „Wahrheit“? Der Junge erzählt und ich höre zu – wie Hesse schon gesagt hat „Wahr ist an einer Geschichte immer nur das, was der Zuhörer glaubt.“ – somit bin ich wohl nicht schlauer, nach der Lektüre, aber habe doch ein wenig mehr Einblick – Einblick in ein Leben auf unserem Planeten.

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