GEDULD

geduld

Zu meinen Tugenden zählt die Geduld (noch) nicht.

Ich bin eine sehr ungeduldige Person und werde ganz krawutisch, wenn ich nicht das bekomme was ich will und wann ich es will.

Schrecklich sowas ;).

Ich versuche schon seit einiger Zeit genau das unter Kontrolle zu bekommen. Erfolglos!

Ich will ein geduldiger Mensch sein, aber das klappt momentan noch überhaupt nicht.

Ich möchte gelassen sein.

Ich möchte damit zufrieden sein in welchem Tempo etwas geschieht.

Ich möchte darauf vertrauen können, dass es richtig für mich ist wie und wann etwas passiert.

Nun stehe ich hier und weiß nicht so recht wie ich damit beginnen soll. In meinem Kopf gibt es immer einen Plan für alles nur manchmal fällt es mir schwer diesen Plan auch zur Umsetzung zu bringen. Denn wie setzte ich etwas um, was ich nicht bin – noch nicht bin, aber gerne wäre?

Vielleicht brauche ich einen Plan dafür 😉 um selbst zu sehen, ob ich schon geduldiger geworden bin?

Vielleicht wird es mit dem Alter einfacher?

Meiner Mama sagt immer, dass sie durch ihre Kinder geduldiger geworden ist – also brauche ich Kinder um Geduld zu lernen? Vielleicht.

Ich wünsche mir jedoch, dass ohne jemand anderen zu lernen. Nur mit mir als Lehrer. Kann ich das schaffen?

Es ist mir noch etwas schleierhaft wie genau ich damit beginnen soll, aber vielleicht soll ich wirklich einfach darauf vertrauen, dass alles so passiert wie es soll und dass das gut so ist wie es ist. Vertrauen darauf, dass jeder Mensch sein richtiges Tempo hat und ich mich entweder danach richte und anpasse, oder gezielt versuche damit umzugehen.

In der Arbeitswelt oder generell in der Gesellschaft – also im sozialen Umfeld – fällt es mir oft sehr schwer ein anderes Tempo als mein eigenes gelten zu lassen. Ich habe dann oft das Gefühl, dass mir meine Zeit gestohlen wird, von einer Situation oder von den darin agierenden Menschen. Das ist ein unmögliches Gefühl! Es ist anstrengend und Kräfte raubend. Es lässt mich müde werden und hat mich sofort mit meiner gesamten verfügbaren Energie eingenommen.

Diese Tatsache ist immer dann ein ordentlicher Dämpfer, wenn ich mich in einer solchen Situation wieder finde. Ich fühle mich dann so hilflos, dass es für mich sehr schwer ist wieder heraus zu kommen – heraus aus diesem Sumpf. Es fühlt sich für mich so an, als wäre ich unfähig zu agieren, unfähig Energie dafür zu beziehen. Kraftlos ist wohl das richtige Wort, dass mich in einer solchen Situation perfekt beschreibt.

Die Tatsache, dass ich mich von Situationen und Personen so sehr beeinflussen lasse, ist in meinen Augen ein weiteres Übel, dass die Situation nicht gerade leichter zu bewältigen erlaubt.

Warum mache ich mich so abhängig von anderen? Warum will ich ihnen mein Tempo aufzwingen? Warum ist gerade mein Tempo das richtige? Warum kann ich mich aus einer solchen Situation nicht eigenhändig befreien? Oder noch besser, warum kann ich mich nicht davor beschützen in eine solche Situation zu geraten?

Ich bemerke meistens erst später, dass ich mich bereits mitten drin befinde und dann scheint mir das Herauskommen aus dieser Situation äußerst schwer und ich fühle mich hilflos – hilflos und kraftlos.

Es gibt so viele Beispiele in denen ich aufgrund meiner nicht vorhandenen Geduld untergehe, weil mir das Anpassen generell sehr schwer fällt.

Vielleicht bin ich auch deshalb so gerne alleine und brauche meine Rückzugsorte?

Wenn etwas nicht so klappt, wie ich es mir zuerst in meinem Kopf zurecht gelegt habe, dann wirft mich das regelmäßig aus der Bahn. Erwartungen sind etwas schreckliches, nicht wahr? Denn wer kann sie schon erfüllen?

Man kann Erwartungen nur an sich selbst stellen. Und das auch nur, wenn der Erfolg auch wirklich nur von einem selbst abhängt. Sobald die Umgebung von mir nicht mehr beeinflussbar ist, kann ich Erwartungen gleich streichen, denn die Erfüllung derer kann dann gar nicht klappen.

Erwartungen und Geduld! Beides hängt so sehr zusammen, dass ich lernen muss erstens keine Erwartungen mehr zu haben, weder an Situationen noch an Personen, und zweitens mich in Geduld zu üben, weil jeder Mensch auf diesem Planeten ein eigenes Tempo hat, eine eigene Art der Auffassung, ein eigene Auswahl seiner Prioritäten. Und diese Eigenständigkeit muss ich jedem zugestehen – will ich jedem zugestehen.

Wenn ich mir also immer wieder folgende Sätze ins Gedächtnis rufe, müsste ich es doch schaffen geduldiger zu werden.

geduld zitat

Ich arbeite wirklich sehr daran geduldig zu sein, denn ich möchte so sein. Es ist nicht wichtig, ob andere das von mir erwarten oder nicht, aber ich möchte ein geduldiger Mensch sein – und weil ich es möchte, werde ich es auch sein.

In einem Jahr bin ich vielleicht schon ein Stück weiter und erlebe von Zeit zu Zeit Situationen wo ich mich mit meiner Geduld und inneren Ruhe selbst überrasche 😉 – das wäre schön.

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