SPONTANEITÄT

Spontan sein bedeutet in den Augen vieler flexibel und dynamisch zu sein. Es bedeutet sich schnell an Neues anzupassen, sich nicht festzulegen und einfach in den Tag hinein zu leben. „Carpe diem“, wie man so schön sagt, und sich freut, dass man so frei ist.

Für mich ist es das Unwort schlechthin.

In meinen Augen bedeutet spontan sein nämlich, dass das Gegenüber keine Zeit für mich einplanen möchte, aber falls sich doch wo ein Zeitfenster auftut, dann könnte es möglicherweise klappen. Wenn jemand spontan ist, dann hat er keine Zeit für den Mensch an sich, sondern einfach Zeit – der Mensch der dann diese Zeit mit ihm verbringt ist eigentlich nur Mittel zum Zweck.

Ich habe mir das schon so oft durchgedacht und komme immer wieder zum Schluss, dass spontane  Treffen das Gegenüber abwerten.

Meiner Meinung nach wird dem Gegenüber keine wirkliche Beachtung und Bedeutung geschenkt. Der Mensch hat keinen Wert für den anderen. Man freut sich viele Möglichkeiten zu haben, aber nicht über die Person, mit der man Zeit verbringt. So mein Eindruck.

Im ersten Moment war ich wütend darüber, dass ich es bis jetzt immer als okay empfunden habe, wenn jemand mit mir spontan etwas unternehmen möchte – ich habe Zeit und die Personen schon lange nicht mehr gesehen, also klar natürlich!

Aber nach ewigem Nachgeben hat es mich einfach nur mehr traurig gemacht – traurig, dass viele Menschen nur in einem spontanen Zeitfenster leben und ich manchmal Platz finde und manchmal nicht. Die Tatsache, ob man sich dann trifft oder nicht, ist dann eher den äußeren Umständen wegen der Fall und nicht weil die Personen sich an sich gerne sehen möchten.

Aber warum soll man sich selbst bemitleiden?

Also habe ich für mich entschieden auf spontane Treffen oder Ereignisse hin prinzipiell nein zu sagen.

Vielleicht entgeht mir dadurch was, aber ich möchte meine Zeit mit Menschen verbringen, die das auch gerne mit mir machen. Mit Menschen, die sich freuen, dass es mich gibt und daher ab und zu und hie und da mal einen Abend oder Nachmittag für mich reservieren und ihre kostbare Zeit mit mir teilen.

Ich möchte kein Lückenfüller sein – ich möchte wertgeschätzt werden.

Da ich der Meinung bin, dass jeder für seine Zeit selbst verantwortlich ist, habe ich beschlossen mich ab nun nicht mehr dafür zu entschuldigen, wenn ich nicht spontan bin.

In meiner Welt nehme ich mir Zeit für Familie, Freunde und Bekannte – daher besteht keine Notwendigkeit spontan sein zu müssen. Somit gibt es keine ärgerlichen oder traurigen Gefühle gegenüber anderen oder mir selbst.

Falls diese Art und Weise für meine Mitmenschen ein Problem darstellen sollte, dann möchte ich sie nicht verärgern, aber vielleicht dazu bringen um darüber nachzudenken, wie sehr sie mich in ihrem Leben brauchen oder möchten.

Sollte das ergeben, dass ich keinen Platz in ihren Leben habe, dann ist das zwar schade und auch traurig, aber unterm Strich einfach ein befreiendes Lebensgefühl für beide Seiten – wie ich finde. Somit gewinnt jeder für sich etwas mehr an Selbstbestimmung.

Auf nimmer wiedersehen, liebe Spontaneität!

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4 Antworten zu “SPONTANEITÄT

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