SARA UND DIE EULE

Mein erstes der „10 Bücher“ ist „Sara und die Eule„. Ich habe es heute fertig gelesen 🙂 .

Tolles Buch, über ein Mädchen, dass lieber für sich ist, für sich in ihrer eigenen Welt. In einer Welt, wo sie einfach nur nachdenken darf und nicht durch lästiges Schule-gehen oder gar durch andere Menschen gestört wird. Nach den ersten zwei Seiten war ich schon ganz im Buch gefangen. Hier ein kleiner Auszug, der auch vielleicht genauso anspricht und dazu animiert das Buch ebenfalls zu lesen – ich kann es nur empfehlen 🙂 Es holt einem das Kind in sich zurück – wenn es denn je weg war – bzw. lässt den Kontakt intensiver werden.

„Sara runzelte bereits die Stirn, obwohl sie noch im warmen Bett lag. Sie war enttäuscht darüber, dass sie schon aufgewacht war. Draußen war es zwar noch dunkel aber Sara wusste, dass es Zeit zum Aufstehen war. Ich hasse diese kurzen Wintertage, dachte sie. Am liebsten würde ich im Bett bleiben, bis die Sonne aufgeht. Sara wusste noch, dass sie etwas geträumt hatte. Es war etwas sehr Schönes gewesen, auch wenn sie sich nicht mehr daran erinnern konnte. Ich möchte noch nicht wach sein, dachte Sara, während sie versuchte, den Übergang vom angenehmen Traum zum nicht ganz so angenehmen kalten Wintermorgen zu bewältigen. Sie kuschelte sich noch einmal tief in die warme Decke und spitzte die Ohren, um zu hören, ob ihre Mutter wohl schon auf war. Dann zog sie die Decke über den Kopf, schloss die Augen und versuchte sich an den Traum zu erinnern, der so wunderbar gewesen war, dass sie mehr davon wollte. Wie dumm. Ich muss auf die Toilette. Vielleicht kann ich es noch eine Weile aushalten, wenn ich ganz ruhig liegen bleibe und mich entspanne. Sara legte sich anders hin und versuchte, das Unvermeidliche hinauszuzögern. Es klappt nicht. Also gut, dann stehe ich eben auf. Wieder so ein Tag. Was soll’s.

Sara schlich auf Zehenspitzen den Flur entlang zum Badezimmer und gab Acht, nicht auf die quietschende Stelle im Holzboden zu treten. Dann schloss sie leise die Tür hinter sich. Sie beschloss, nicht sofort zu spülen, damit sie den Luxus, wach und allein zu sein, noch etwas länger genießen konnte. Nur noch fünf Minuten Ruhe, dachte sie. ‚Sara? Bist du auf Komm her und hilf mir!‘ ‚Da kann ich auch genauso gut spülen‘, murmelte Sara vor sich hin. Dann rief sie: ‚Ich bin gleich da!‘ Sara verstand nicht, wieso ihre Mutter im wusste, was jemand gerade machte. Wahrscheinlich hat sie überall Abhörgeräte installiert, vermutete sie. Sie wusste natürlich, dass das nicht stimmte, aber die Lawine negativer Gedanken war bereits losgetreten und durch nichts mehr aufzuhalten.

Ich werde vor dem Zubettgehen einfach nichts mehr trinken. Noch besser: Ich werde ab Mittag nichts mehr trinken. Wenn ich dann aufwache, kann ich einfach im Bett liegen bleiben und in Ruhe nachdenken. Niemand wird wissen, dass ich schon wach bin. Wie alt man wohl sein muss, um keinen Spaß mehr an seinen eigenen Gedanken zu haben? Ich weiß, dass es passiert, denn die meisten Menschen sind niemals still. Sie können ja wohl kaum ihren eigenen Gedanken zuhören, wenn sie immer reden oder fernsehen. Und wenn sie ins Auto steigen, drehen sie als Erstes das Radio an. Niemand scheint gern allein zu sein. Ständig treffen sie sich, um ins Kino oder zum Tanzen oder zum Fußball zu gehen. Am liebsten würde ich über alles eine Decke des Schweigens breiten können, damit ich ab und zu meine eigenen Gedanken hören kann.

Ob es wohl möglich ist, wach zu sein und nicht vom Krach anderer Leute belästigt zu werden? Ich werde einen Klub gründen: Leute gegen andauernden Lärm, LEGAL. Beitrittsbedingungen sind: Man darf andere Menschen mögen, aber muss nicht unbedingt mit ihnen sprechen. Man darf andere beobachte, aber man muss niemandem erklären, was man gesehen hat. Man muss manchmal allein sein, um seine eigenen Gedanken u denken. Es ist okay, anderen helfen zu wollen, aber nicht immer und jedes Mal, da Helfen eine Falle sein kann, die alles kaputt macht. Wenn man zu oft hilft, ist es vorbei. Die anderen bombardieren einen dann mit ihren Ideen, so dass man keine Zeit mehr fr sich selbst hat. Man muss bereit sein, sich zurückzuhalten und andere zu beobachte, ohne dass sie es merken. Ob wohl jemand meinem Klub beitreten möchte? Nein das würde alles verderben! In meinem Klub geht es ja darum, keine Klubs zu brauchen! Es geht darum, dass mein Leben so wichtig und so interessant ist und so viel Spaß macht, dass ich niemanden sonst brauche.

Das sind die ersten Zeilen des Buches und dann kommt Salomon, die weise Eule und sie werden Freunde – Lehrer und Schüler 🙂 ! Salomon beantwortet Sara alle Fragen, die sie ihm stellt, oder besser gesagt, lehrt Sara ihre Fragen selbst zu beantworten. Sara lernt was sie alles nicht will und als zweiten Schritt was sie alles will. Nachdem sie das Formulieren ihrer Wünsche gelernt hat gibt Salomon ihr eine Aufgabe auf: sie soll Anerkennung und Dankbarkeit üben und leben.

Eine wunderschöne Geschichte – so einfach und leicht geschrieben regt sie den Leser zum Nachdenken an und lässt einen in seine eigene Gedankenwelt eintauchen.

Sara und die Eule

Advertisements

Eine Antwort zu “SARA UND DIE EULE

  1. Pingback: 10 BÜCHER IN 40 TAGEN | Meine Welt – Mein Leben – Mein Glück·

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s