A LETTER TO MY KIDS

Gestern habe ich einen Artikel über eine 40-jährige Mutter gelesen, die einen Brief an ihre Kinder geschrieben hat. Der Artikel heißt „A Letter to My Kids Because I’m 40 and That’s Old„.

Ich finde die Idee eine Momentaufnahme seines Lebens – egal in welchem Alter – zu machen wirklich interessant und auch amüsant. Was würde mein 20-jähriges ICH wohl meinem 40-jährigen ICH sagen, oder umgekehrt. Oder was würde ich meinen Kindern von meinem 29-jährigen ICH erzählen? Was ich an meinem Leben so liebe? Was ich noch erreichen möchte? Wie ich mich in unserer Gesellschaft fühle? Was meine Träume sind? Jaaaaaa – das wäre was 🙂

Wie sie ihr Leben meistern sollen? Wovor ich sie beschützen würde? Neiiin – das wohl eher nicht, schließlich soll jeder seine Erfahrungen machen und durch sie wachsen und nicht von mir von (möglichen) schlechten Erfahrungen abgehalten werden. Also keine Warnungen!

Ich liebe mein Leben! Auch wenn ich schlechte, traurige oder tieftraurige Tage habe, liebe ich es immer noch mit der gleichen Intensität, denn erst der Mix von traurig und schön und perfekt und fehlerhaft und liebenswert und böse machen das Leben erst so interessant und intensiv. Also warum soll ich vor irgendetwas was in diesem Universum geschieht „warnen“? Damit ist die Gefahr doch viel höher, dass die Person das Leben nicht in vollen Zügen erfahren kann – und das wäre doch wirklich kein guter Zug, egal von wem.

Somit würde ich einfach von mir erzählen – meinen Träumen, meinen schönen Erfahrungen, meinen Schwächen und wie ich sie mit jedem neuen Tag aufs neue versuche in Stärken umzuwandeln. Wie ich als Schwester bin. Wie ich als Tochter bin. Wie ich als Enkelin bin. Wie ich es mir vorstelle eine Mama zu sein. Ich würde davon erzählen wie ich die Welt, das Universum und die momentane Gesellschaft sehe. Was ich ändern möchte und was ich für bereits geändert habe. Ich würde von meinem Seelenleben erzählen, davon wie emotional und überkritisch ich mit mir selbst umgehe und warum ich das tue. Ich würde ihnen von meiner Kindheit, Jugend und Jetzt-Zeit erzählen, davon was ich gerne esse, was meine Lieblingsbücher waren bzw. sind, welche Spielsachen mein Ein-und-Alles waren. Ich würde versuchen zu erklären, warum ich ein Einzelgänger bin und warum ich mich sehr wohl fühle, wenn ich für mich alleine bin. Und warum Bücher mein Schatz sind.

Über was würdest du schreiben? Würdest du die Welt analysieren? Von Beziehungen zwischen Freunden, Partnern, Eltern und Geschwistern erzählen? Würdest du Bücher- oder Filmempfehlungen geben? Würdest du von deinen Niederlagen und Leidenschaften erzählen? Wärst du so offen wie zu dir selbst, oder gar noch ehrlicher und offener, als du es möglicherweise gedacht hättest?

Eine Zeile in diesem Artikel hat mir besonder gut gefallen: „It’s really not your job to fix people. It’s your job to love them while they fix themselves.

Ich bin gerade an einem Punkt in meinem Leben, wo es mir wichtig ist, mir mehr Zeit für mich zu nehmen und mich nicht permanent um andere kümmern zu wollen bzw. das Gefühl haben mich kümmern zu müssen. Ich habe den Drang anderen immer meine Hilfe anzubieten, auch wenn sie es gar nicht wollen. Ich will jeden bei seinen Problemen helfen, Lösungen finden und einfach eine Unterstützung sein. Ich denke mir oft, dass jeder frei von Sorgen sein soll und möchte jede Person diesbezüglich unterstützen.

Während meiner ERASMUS-Zeit habe ich viel über mich gelernt und mich innerhalb dieser Zeit um einiges entwickelt und bin für mich persönlich ein enormes Stück gewachsen. Ein bis heute prägender Satz, der mir immer wieder im Kopf herumgeistert, war damals, und gilt halt heute noch: „You care too much.“ Und ich unterschreibe das sofort, hab es auch damals schon, auch wenn mich dieser Satz tief getroffen und verletzt hat. Aber das tut die Wahrheit wohl oft. Weil die Wahrheit einem meistens kalt erwischt.

Für mich ist es wichtig, dass ich endlich für mich da bin und mich und meine Bedürfnis vor allen anderen Stelle. Ich darf mich nicht mehr so sehr um andere kümmern bzw. mich permanent um sie sorgen. Jeder ist für sich selbst verantwortlich und soll auch lernen sich selbst auf seinen Pfad zu führen – es ist nicht meine Verantwortung.

Ich muss nur noch lernen damit umzugehen, dass es ab nun so ist, dass ich mich nicht mehr in andere Angelegenheiten einmische, wenn ich nicht gefragt werde und „Nein“ sagen lerne, wenn ich gefragt werde. Ich fühle mich sehr schnell verpflichtet und da ich immer schon ein Mensch der Extreme war, fühle ich mich gleich zu 100% verpflichtet, auch wenn es mich nichts angeht. Das muss aufhören. Aber ich bin bereits am Weg dorthin, also werde ich auch ankommen.

Ich helfe, unterstütze und höre zu, wenn mein Gegenüber das will und wenn ich mich dadurch nicht ausgelaugt und geschlaucht fühle – das ist mein momentanes Ziel. „It’s really not your job to fix people. It’s your job to love them while they fix themselves.“

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